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Buchcover vom Kinderbuch: Herr Schrecklich

Buchtipp: Herr Schrecklich

Vor Herrn Schrecklich, dem schwarzen Wolf, haben alle anderen Wölfe Angst – der Briefträger, der Doktor und sogar die Polizei. Selbst seine Frau, eine zarte Wölfin und die vier Kinder fürchten sich vor ihm. Doch eines Tages setzen seine Tochter und die drei Söhne einen mutigen Plan um. Während Herr Schrecklich seinen Mittagsschlaf hält, nähern sie sich ihm auf Pfotenspitzen …

Das Cover vom Bilderbuch mag im ersten Moment abschrecken, der Inhalt ist umso wertvoller. Kinder werden in ihrem Leben autoritären Menschen begegnen und meist verängstigt sein. Doch hinter einer solchen Autorität stecken manchmal einfach nur Angst und Unsicherheit. Gut, wenn man das bereits in frühen Jahren lernt. Deshalb ist dieses Buch besonders empfehlenswert, auch wenn es nur noch gebraucht erhältlich ist.

Titel: Herr Schrecklich
Autor & Illustrator: Alain Serres
Verlag: aracari verlag
Format: Gebunden, 36 Seiten
Alter: ab 5 Jahre
ISBN: 978-3905945041
Preis: gebraucht erhältlich

Alle Buchtipps im Überblick.

Zitat im Ballon: Der Schmerz kommt nicht von den anderen, er kommt aus uns und aus der Natur.

Zitat von Grazia Deledda über den Schmerz

Früher dachte ich immer, dass mir andere Schmerzen zufügen. Doch mittlerweile habe ich eine Ahnung davon, was Grazia Deledda meinen könnte. Wir entscheiden bis zu einem Grad, wer uns wichtig ist, uns etwas bedeutet und uns nahesteht. Nur diese Menschen können uns seelischen Schmerz zufügen.

Natürlich ist es in der Realität weitaus komplexer. Wie gut ist unser Selbstwertgefühl, sprich wie sehr kommt es aus uns selbst heraus oder wie stark sind wir auf Anerkennung von außen angewiesen.

Ich glaube, das wird in unserer Kindheit festgelegt und hängt von den wichtigen Bezugspersonen, meist den Eltern ab. Wenn sie uns darin gestärkt und bestärkt haben gute und wertvolle Menschen zu sein, dann können wir viel sicherer durchs Leben gehen. Wir stellen uns dann nicht ständig selbst in Frage.

Ansonsten gleichen wir einem Boot auf hoher See, das von den Meinungen anderer schnell zum Schaukeln oder gar Kentern gebracht werden kann.

Die gute Nachricht dabei ist, dass die Lösung in uns selbst liegt und wir sie jederzeit in Angriff nehmen können.

Ich denke, dass Frau Deledda beim Schmerz aus der Natur den körperlichen meint. Wenn wir auf einen Seeigel treten, uns beim missglückten Klettern den Arm brechen oder einen Zahn ausschlagen. Solche Schmerzen können wir nicht kontrollieren. Wir haben nur die Chance ihre Wahrscheinlichkeit zu reduzieren, indem wir uns achtsamer verhalten.

#Zitatballons – Nr. 54: Der Schmerz kommt nicht von den anderen, er kommt aus uns und aus der Natur. (Grazia Deledda, italienische Schriftstellerin)

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Hier geht es zum Projekt der Literaturnobelpreisträger.

Buchcover vom Bilderbuch: Roberta, die Prinzessin in der Krone

Buchtipp: Roberta, die Prinzessin in der Krone

Prinzessin Roberta wohnt in ihrer Krone und zählt den ganzen Tag Zacken. Es müssen Tausende sein. Da kommt Mister Bo, der Hund, vorbei. Er zeigt ihr, dass sie die ganze Zeit im Kreise läuft und ihre Krone nur zwölf Zacken hat. Daraufhin wird Roberta mächtig böse und jagt Herr Bo aus der Krone.

Doch nun ist ihr Interesse an der Welt außerhalb der Krone und den Menschen erwacht. Sie klettert über den Kronenrand und geht mit Mister Bo auf Entdeckungsreise …

Ein modernes Märchen über Eigensicht und Fremdsicht, die Kindern ganz beiläufig vermittelt, dass die Wahrnehmung meist vom Standpunkt abhängt. Herrliche Illustrationen mit schönen Details schmücken das Buch.

Titel: Roberta, die Prinzessin in der Krone
Autorin & Illustratorin: Verena Pavoni
Verlag: Atlantis
Format: Gebunden, 32 Seiten
Alter: ab 5 Jahre
ISBN: 978-3715207339
Preis: 14,95 €

Alle Buchtipps im Überblick.

Cover vom Hörspiel "Siddhartha"

Hermann Hesse – Nobelpreisträger von 1946

Projekt: Literaturnobelpreisträger

Wofür erhielt der Autor den Nobelpreis?

Er wurde ihm „für seine inspirierte Verfasserschaft, die in ihrer Entwicklung neben Kühnheit und Tiefe zugleich klassische Humanitätsideale und hohe Stilwerte vertritt“ verliehen.

Welches Werk habe ich gehört und warum?

Ich habe mir „Siddhartha. Eine indische Dichtung“ als Hörspiel angehört. Die Produktion erfolgte im Auftrag von hr2 kultur und wurde vom Hörverlag aufgenommen. Ich entschied mich für dieses Werk, weil mich der Lebensweg des Brahmanen interessierte. In der engeren Wahl befanden sich außerdem „Narziß und Goldmund“ sowie „Der Steppenwolf“. Bestimmt werde ich mir diese beiden Werke später einmal anhören oder durchlesen.

Vor wenigen Jahren hatte ich mich bereits am „Das Glasperlenspiel“ als Buch versucht, scheiterte jedoch. Der Text war mir zu diesem Zeitpunkt zu anstrengend. Die langen verschachtelten Sätze verdarben mir das Interesse an der Geschichte.

Wie ist das Werk gealtert?

Nach meinem Verständnis geht es im Buch um die Sinnsuche. Und so ein Thema veraltet nie. Auch heute noch suchen wir nach dem Sinn des Lebens, wollen Erfüllung und Glückseligkeit erreichen. Es fällt uns schwer, Dinge hinzunehmen, anzunehmen und nicht zu bewerten. Deshalb fand ich den Lebensweg von Siddharta sehr interessant und faszinierend.

Als Hörspiel hat mir das Werk sehr gut gefallen. Es war viel einfacher aufzunehmen. Die langen Sätze störten mich nicht mehr. Ein Buch mit philosophischem Ansatz kann ruhig länger sein, damit der Leser genug Zeit zum Nachdenken hat und den Inhalt auf sich wirken lassen kann.

Was kann ich für mein Schreiben daraus mitnehmen?

Ich finde es sehr spannend, wie es Hermann Hesse gelingt, mit einigen ausgewählten Szenen ein komplettes Leben zu beschreiben. Wie er es schafft, über wenige Einblicke ein klares Bild vom Gemütszustand seines Protagonisten zu vermitteln.

Hesse konzentriert sich auf einige Details. Er lässt ganz viel weg. Und doch reichen die ausgewählten Details völlig aus, um die Geschichte lebendig werden zu lassen und Gefühle zu erwecken.

Das ist eine ganz wichtige Lektion. Ein Autor muss nicht alles zeigen. Es geht vielmehr darum, die ausgewählten Details genau zu skizzieren, die beispielhaft für einen Gemütszustand, eine Entwicklung, etc. stehen. Und dafür wird jeder Autor vermutlich etwas anderes nehmen.

Ich vermute, dass junge Autoren erst nach und nach lernen, die richtige Menge an Details zu zeigen, um einen Ort, eine Figur und eine Handlung zu charakterisieren. Bis dahin wird es gewiss zwischen zu viel und zu wenig schwanken. Bestimmt werden oft zu viele und zu schwammige Details gezeigt werden.

 

Zitat von Hermann Hesse

Zitat im Ballon: Je weniger du brauchst, desto mehr hast du.

Zitat von Janosch über Besitz

Diese scheinbar paradoxe Aussage, ist so wahr. Wir haben es nur vergessen, denn wir leben im Überfluss und die Werbung vermittelt uns ständig neue Bedürfnisse, die gestillt werden müssen.

Dabei brauchen wir eigentlich nur ein Dach überm Kopf, etwas zu essen und Liebe. Ich weiß, das ist jetzt sehr verknappt. Aber ihr versteht sicherlich meinen Ansatz.

Wir brauchen nicht das neueste Handy, die angesagte Jeans oder das hippe Wasser, das für uns eine weite Reise zurückgelegt hat.

Wenn wir uns bewusst machen, wie wenig wir wirklich brauchen, gewinnen wir plötzlich viele Freiheiten zurück. Das reicht von mehr Zeit über mehr Platz bis hin zu mehr finanziellem Spielraum.

Würden wir nur ein einziges gutes Buch besitzen, wäre dieses eine Buch für uns mehr wert, als eine ganze Bibliothek. Ich weiß, bei Büchern hört das Sparen auf. 😉

Keine Angst, ich will selber nicht als Einsiedlerin in der Höhle leben. Dennoch bemühe ich mich um einen bewussteren Konsum.

Ich koche mit guten Zutaten von der Biokiste oder vom Markt. Ich kaufe lieber seltener die hochwertigen Produkte, die lange halten. Und wir besitzen kein Auto, sondern mieten es, wenn wir mal eins brauchen.

Auf unserer Kubareise trafen wir viele Menschen, die wenig besitzen. Dafür hatten diese Menschen reichlich Zeit. Zeit um sich mit ihren Freunden zu unterhalten, um zu tanzen, zu lachen und fröhlich zu sein. Dort schien keiner vom Stress geplagt zu sein, wie bei uns.

Einen Mittelweg zwischen beiden Ausprägungen fände ich schön!

#Zitatballons – Nr. 53: (Horst Eckert alias Janosch, deutscher Illustrator, Kinderbuchautor und Schriftsteller)

Übersicht zu allen bisherigen Zitaten.

Link zum Projekt der Kinder- und Jugendbuchautoren.