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Zitat im Ballon: Je weniger du brauchst, desto mehr hast du.

Zitat von Janosch über Besitz

Diese scheinbar paradoxe Aussage, ist so wahr. Wir haben es nur vergessen, denn wir leben im Überfluss und die Werbung vermittelt uns ständig neue Bedürfnisse, die gestillt werden müssen.

Dabei brauchen wir eigentlich nur ein Dach überm Kopf, etwas zu essen und Liebe. Ich weiß, das ist jetzt sehr verknappt. Aber ihr versteht sicherlich meinen Ansatz.

Wir brauchen nicht das neueste Handy, die angesagte Jeans oder das hippe Wasser, das für uns eine weite Reise zurückgelegt hat.

Wenn wir uns bewusst machen, wie wenig wir wirklich brauchen, gewinnen wir plötzlich viele Freiheiten zurück. Das reicht von mehr Zeit über mehr Platz bis hin zu mehr finanziellem Spielraum.

Würden wir nur ein einziges gutes Buch besitzen, wäre dieses eine Buch für uns mehr wert, als eine ganze Bibliothek. Ich weiß, bei Büchern hört das Sparen auf. 😉

Keine Angst, ich will selber nicht als Einsiedlerin in der Höhle leben. Dennoch bemühe ich mich um einen bewussteren Konsum.

Ich koche mit guten Zutaten von der Biokiste oder vom Markt. Ich kaufe lieber seltener die hochwertigen Produkte, die lange halten. Und wir besitzen kein Auto, sondern mieten es, wenn wir mal eins brauchen.

Auf unserer Kubareise trafen wir viele Menschen, die wenig besitzen. Dafür hatten diese Menschen reichlich Zeit. Zeit um sich mit ihren Freunden zu unterhalten, um zu tanzen, zu lachen und fröhlich zu sein. Dort schien keiner vom Stress geplagt zu sein, wie bei uns.

Einen Mittelweg zwischen beiden Ausprägungen fände ich schön!

#Zitatballons – Nr. 53: (Horst Eckert alias Janosch, deutscher Illustrator, Kinderbuchautor und Schriftsteller)

Übersicht zu allen bisherigen Zitaten.

Link zum Projekt der Kinder- und Jugendbuchautoren.

Vier verschiedene Buchcover vom Dschungelbuch

Rudyard Kipling – der Erfinder von Mowgli

Projekt: Kinder- und Jugendbuchautoren

Welche Altersgruppe spricht der Autor hauptsächlich an?

Der britische Schriftsteller und dichter Rudyard Kipling schrieb 1894 Das Dschungelbuch und 1895 ‚Das zweite Dschungelbuch‘. Aus beiden Büchern sind vor allem die Geschichten von Mowgli berühmt geworden, dem Findelkind, das bei den Tieren des Dschungels aufwächst. Ursprünglich gehört das Buch zum Genre des Entwicklungsromans, da sich Mowgli langsam vom verspielten Kind hin zum Herrscher des Dschungels entwickelt. Es wurde jedoch für alle Altersgruppen angepasst und längst können Kinder ab drei Jahren seine Abenteuer miterleben.

 

Wie groß ist das Gesamtwerk im Kinder- und Jugendbuchbereich?

Neben den beiden Dschungelbüchern gibt es außerdem noch die ‚Just so Stories‘, die er für seine Kinder aufschrieb. Darin beantwortet er typische Fragen von Kindern in kleinen Geschichten:

  • Wie das Kamel zu seinem Buckel kam?
  • Warum der Elefant so einen langen Rüssel hat?
  • Wie das Alphabet entstand?

Mehr als diese drei Bücher hat er nicht für Kinder geschrieben. Das Dschungelbuch um Mowgli zählt zu den absoluten Kinderbuchklassikern. Es wurde vielfach verfilmt, adaptiert und als Hörbuch und Hörspiel aufgenommen. Bis heute lieben Kinder weltweit die Geschichten von Mowgli. Deshalb durfte Herr Kipling in meiner Liste nicht fehlen.

Zwei verschiedene Buchcover der 'Just so stories' von Rudyard Kipling.

 

Wofür ist der Autor besonders bekannt?

Er ist vor allem für die beiden Dschungelbücher bekannt. Allerdings gibt es darin mehr Geschichten, als die meisten wohl kennen:

  • Die Abenteuer rund um Mowgli
  • Die weiße Robbe (beobachtet Robbenschlachten und will seine Artgenossen davor schützen)
  • Rikki-Tikki-Tavi (Mungo, der im Garten einer indischen Familie, diese mehrmals vor giftigen Schlangen rettet)
  • Toomai von den Elefanten (zehnjähriger Sohn eines Elefantenfängers, der den Tanz der Elefanten beobachtet)
  • Dienst Ihrer Majestät (Soldat belauscht sprechende Tiere der indischen Armee in der Nacht vor einer Militärparade)
  • Das Wunder des Purun Bhagat (indischer Politiker wird zum Heiligen, lebt zurückgezogen mit den Tieren bis er Dorf vor einem Erdrutsch rettet)
  • Die Leichenbestatter (Altes Krokodil berichtet Schakal von seinem Leben und wird am Ende von Menschen erschossen)

Ich habe das Dschungelbuch erstmals in alten Heften von meinem Vater gesehen. Sie waren verblichen und ganz brüchig. Damals war ich vielleicht sechs Jahre und sofort fasziniert von den Mowgli. Ich wollte gerne wie er im Dschungel leben zwischen all den Tieren mit einem Bären und schwarzen Panther als Freunden.

 

Welche Ausrichtung hat der Autor?

Rudyard Kipling findet fantastische Bilder, um das Leben im Dschungel zu beschreiben und die Tiere voneinander unterscheidbar zu machen. Dabei sind viele Passagen gedichtet, wovon ich überrascht war. Das hatte ich mir nicht gemerkt und wurde mir nun erst mit der neuerlichen Auseinandersetzung klar. In den Dschungelbüchern steht das Abenteuer an vorderster Stelle. Der Schriftsteller hatte vermutlich ein sehr positives Bild vom Kolonialismus. Zumindest ist keinerlei Kritik in seinen Büchern zu verspüren und im Dschungel betont er eine klare Hierarchie der Tiere. Die Gesetze des Dschungels spielen eine große Rolle und Mowgli wird manchmal vom Bären Baloo körperlich gezüchtigt.

 

Welche Bücher habe ich mir im Detail angehört und warum?

Ich habe mir die ungekürzte Ausgabe der Dschungelbücher angehört, gesprochen von Martin Baltscheit, der selbst ein toller Kinderbuchautor ist. Die Bilder von Rudyard Kipling ließen den Dschungel, Mowgli und die anderen Tiere sehr plastisch vor meinen Augen erscheinen.
Das Kapitel vom Mungo Rikki-Tikki-Tavi gehört mit zu meinen absoluten Favoriten. Aber eigentlich fand ich alle Kapitel spannend. Nur die Robbe hinterließ keinen bleibenden Eindruck bei mir. Da mich das Dschungelbuch schon mein ganzes Leben begleitet, wollte ich gern alle Geschichten daraus kennenlernen und empfinde es als eine große Bereicherung.

 

Wie ist das Werk gealtert?

Ich vermute, dass sich Indien massiv geändert hat. Trotzdem gibt es noch viele ländliche Gebiete und wilde Tiere. Ich finde die Geschichte spannend, hoffe jedoch, dass es keine Elefantenjäger mehr gibt. Der Blick ins alte Indien, vor allem in den Dschungel fasziniert mich und Kinder weltweit. Vermutlich ist die Natur heute weitaus weniger intakt und stabil. Aber vielleicht kann gerade diese Liebe zur Natur und ihren Tieren bewirken, dass wir uns alle mehr für deren Schutz einsetzen. Denn das Dschungelbuch erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit.

 

Was kann ich für mein Schreiben daraus mitnehmen?

Rudyard Kipling erschafft großartige Bilder. Mit wenigen Worten lässt er eine fremde Welt voll sinnlicher Eindrücke entstehen. Die Wortbilder sind fast schon opulent. In vollem Umfang will ich ihn nicht als Vorbild nutzen.

Außerdem gefallen mir seine Dialoge. Er beschreibt die Figuren und ihre Beziehungen zueinander. Die wilden Affen reden völlig verquer. Die Ochsen erscheinen einfältig. Kaa, der Python wirkt überlegen. Grauer Bruder ist loyal und ordnet sich Mowgli unter.

Da in meinen Büchern Tiere eine große Rolle spielen, kann ich viel von Herrn Kipling mitnehmen. Denn er beschreibt die Tiere sehr genau. Ich weiß immer, wer gerade spricht, durch die Wortwahl, den Satzbau und die Formulierungen der einzelnen Charaktere.

Mir gefällt nur nicht, dass jede Spezies bei ihm klar auf Wesensmerkmale festgelegt ist. Alle Affen sind durchgeknallt und ohne Gesetz. Alle Königskobras sind gefährlich und hinterhältig. Dieses System scheint er nur bei den Wölfen zu durchbrechen, wo es ‚Gute‘ und Böse‘ gibt. Da bevorzuge ich den Stil von seinem Landsmann Philipp Pullman, der die Vielfalt auch in seinen tierischen Charakteren darstellt. Bei Herrn Pullman bleiben alle Figuren Individuen, die nie von vorherein in eine Schublade passen.

Zitat von Rudyard Kipling

Zitat im Ballon: Schritte, die man getan hat, und Tode, die man gestorben ist, soll man nicht bereuen.

Zitat von Hermann Hesse übers Bereuen

Ein sehr weiser Satz. Das bereits hinter uns liegende Leben können wir nicht mehr ändern. Aus Tiefschlägen lernen wir, auf Höhepunkten genießen wir unsere erarbeiteten Erfolge.

Bereue ich, dass ich erst vor Kurzem mit dem intensiven Schreiben begonnen habe. Nein, warum auch? All das was ich vorher erlebt habe, die Menschen, die ich getroffen habe, sind Teil meiner Inspiration.

Nur wenige Vollzeitautoren können vom Schreiben leben und sich den Luxus weiter Reisen gönnen. Mein Brotjob ermöglicht mir das. Gemeinsam mit meinem Freund erkundeten wir schon viele schöne Orte dieser Erde. Wir bereisten die Westküste der USA, Kuba, Japan, Island und Namibia.

Durch meinen Job selbst lerne ich tolle Menschen kennen, denen ich als Autorin sonst vielleicht nie begegnet wäre. Sei es im Büro in Berlin oder auf meinen Dienstreisen nach Asien und innerhalb Europas. Stets bleibt ein bisschen Zeit in den Pausen beim Essen oder abends für Unterhaltungen über persönliche Dinge. So erhielt ich einen kleinen Einblick in teilweise komplett anderen Lebensentwürfe und Gesellschaften von China über Malaysia bis hin zu Japan und Korea. Also keine Reue.

Und dann fallen mir bei dem Zitat noch Menschen ein, die meinen Weg gekreuzt und mich verletzt haben. Das macht nie Spaß. Doch im Rückblick lehrten sie mich nicht nochmal auf diese Art von Mensch hineinzufallen. Solange das Gleichgewicht aus Höhen und Tiefen stimmt, ist es in Ordnung negatives zu erleben. Es ist wichtig aufzustehen, den Staub abzuklopfen, daraus zu lernen und dann weiter voranzuschreiten. Schließlich ist jeder Triumph umso kostbarer, je schwerer er zu erringen war.

#Zitatballons – Nr. 51: Schritte, die man getan hat, und Tode, die man gestorben ist, soll man nicht bereuen. (Hermann Hesse, deutsch-schweizerischer Schriftsteller, Dichter und Maler)

Überblick zu allen bisherigen Zitaten.

Hier findest du mein Projekt zu den Literaturnobelpreisträgern.

Cover vom Hörbuch "Der Goldene Kompass"

Philip Pullman – mehrdimensionaler Geschichtenerzähler

Projekt: Kinder- und Jugendbuchautoren

Welche Altersgruppe spricht der Autor hauptsächlich an?

Philip Pullman lehnt eine Altersangabe für Kinderbücher ab. 2008 führte er eine Kampagne zu diesem Thema an. Mehr als 1.200 Autoren, Buchverkäufer, Illustratoren, Bibliothekare und Lehrer unterstützten ihn.

Will man dennoch eine Angabe nach klassischen Maßstäben vornehmen, dann schreibt er für Kinder ab sechs Jahren. Wobei das Hauptwerk des britischen Autors auf Büchern liegt, die Jugendliche in der Phase des Erwachsenwerdens begleiten.

Wie groß ist das Gesamtwerk im Kinder- und Jugendbuchbereich?

Er hat mindestens 30 Bücher geschrieben und viele Genres bedient. Von Fantasy über Abenteuer bis hin zu Märchen, Comics und Geschichte ist alles dabei. Sein Werk wurde weltweit übersetzt. Im Deutschen gibt es die meisten seiner Bücher.

Wofür ist der Autor besonders bekannt?

Für seine beiden Serien:

Wobei ‚His Dark Materials‘ klar führt. Außer den drei Hauptbüchern, die bald um eine Vorgeschichte (His Dark Materials O: Über den wilden Fluss) ergänzt werden, gibt es noch ein paar kurze Geschichten aus der Welt von Lyra Belacqua.

In 2014 unterstützte Philip Pullman eine Kampagne, die gegen das markieren von Kinderbüchern in ‚für Mädchen‘ oder ‚für Jungs‘ antrat. Er möchte keinem Leser und schon gar nicht Kindern die Tür vor der Nase zuschlagen durch Hinweise zu Alter oder Geschlecht der Zielgruppe.

Wenn einem Kind ein Buch gefällt, dann soll es darin eintauchen. Aus diesem Grund erläutert er auch nie, wie er etwas meint. Er versteht sich als Geschichtenerzähler. Jedem Leser steht es zu, seine eigene Geschichte im Buch zu entdecken.

Welche Ausrichtung hat der Autor?

Philip Pullman schreibt meinem Verständnis nach Spannungsliteratur für Kinder und Jugendliche. Beim Hören dachte ich viel über Physik, Gesellschaftssysteme, Freundschaften, das Leben und den Tod, sowie Philosophie nach.

Als Autor säht er viele Samen und der Leser wird zum Nährboden. Je nachdem, wer sein Buch liest und wie diese Person geprägt ist, werden verschiedenen Pflanzen heranwachsen. Die einen werden zu großen Bäumen, andere bleiben zart und manche keimen nie.

Wer weiß, welche Aspekte ich nicht erfasst habe. Ich kann mir gut vorstellen, dass noch mehr in seinen Jugendromanen steckt, dass mir nicht auffiel.

Welche Bücher habe ich mir im Detail angehört und warum?

Alle drei spricht Rufus Beck, den ich sehr mag.

Ich bekam den Tipp für Philipp Pullman von einer lieben Bücherfreundin, mit der ich mich regelmäßig austausche. Sie las seine Bücher im Original und schwärmte davon.
Ich hatte bis dahin nur die Verfilmung mit Nicole Kidman und Daniel Craig gesehen. Also begann ich mit dem ersten Hörbuch und war begeistert von der Geschichte und ihrer Vielschichtigkeit. Die anderen beiden folgten direkt im Anschluss.

Ich gewann Lyra sehr lieb. Sie ist neugierig, mutig, schlau und empathisch. Voller Energie stellt sie sich den Gefahren und Herausforderungen und versucht zu erforschen, was Staub ist. Über die Zeitspanne der Bücher reift sie langsam vom Kind zur Jugendlichen heran. Aber nicht nur sie, auch die Nebenfiguren sind vielseitig mit Stärken und Schwächen versehen, sodass ich mit ihnen mitfieberte.

Herr Pullman verwebt Physik in die Geschichte. Parallele Universen und dunkle Materie spielen eine Rolle. Zugleich geht es um Fantasy, die schlüssig in der Welt der Mulefa funktioniert. Diese Wesen stehen in einer klaren Wechselwirkung zu ihrer Umwelt. Für mich war das ein Ausflug in Biologie und Evolutionslehre.

Kurz gesagt, ich bewundere Philip Pullman und freue mich sehr auf die Vorgeschichte von Lyra.

Cover der Hörbücher: "Das Magische Messer" und "Das Bernstein Teleskop"

Wie ist das Werk gealtert?

Hervorragend. Philip Pullman hat die Bücher 1995, 1997 und 2000 geschrieben. Die Welt von Lyra erscheint mir wie unsere am Ende des 19. Jahrhunderts, nur das alle Menschen mit einem Dæmon verbunden sind. Damit ist sie wie ein Blick in die Vergangenheit, was über die Jahre gleich bleibt.

Eine zweite Welt ähnelt unseren. Da kaum Technikdetails, wie die Art der Autos oder der Telefone genannt werden, fühlt es sich aktuell an.

Was kann ich für mein Schreiben daraus mitnehmen?

Die Bücher machen mir Mut, Dinge auszuprobieren. Die Vielschichtigkeit von ‚His Dark Materials‘ beeindruckt mich. Ich liebe Bücher, die mir viel geben, nicht nur Emotionen, auch Denkanstöße oder neues Wissen. So möchte ich auch einmal schreiben können.

Des Weiteren sind seine Charaktere stimmig. Einige sind gut oder böse, andere nebulöser. Dabei vermeidet es Herr Pullman, eine komplette Gruppe gut oder böse zu machen. Einige Vertreter der Gruppe stehen auf der Seite von Lyra, andere arbeiten gegen sie. Wieder andere schwanken.

Das finde ich gut, denn ich bin davon überzeugt, dass auch der schlechteste Mensch auf unserer Erde mindestens eine nette Seite hat. Die mag nicht von Bedeutung sein, aber sie existiert. Genauso kann ich mir keinen Menschen vorstellen, der zu 100% gut ist. Schließlich gibt es Situationen, in denen man es nicht allen Beteiligten recht machen kann.

Nach solchen komplexen Persönlichkeiten suche ich in Büchern. Und ich will lernen, sie selber zu erschaffen.

Zitat von Philip Pullman

Buchcover von vier KInderbüchern Erhard Dietls

Erhard Dietl – Kinderbuchautor, -illustrator und Liedermacher

Projekt: Kinder- und Jugendbuchautoren

Welche Altersgruppe spricht der Autor hauptsächlich an?

Erhard Dietl schreibt vor allem Bücher für Kinder ab drei Jahren bis zum Lesealter ab 8 Jahren. Dabei deckt er alles ab vom Bilderbuch über Vorlesebücher bis hin zu Erstlesebüchern.

Wie groß ist das Gesamtwerk im Kinder- und Jugendbuchbereich?

Erhard Dietl ist Autor von rund 150 Kinderbüchern. Er illustriert seine Bücher selbst und die von anderen Kinderbuchautoren. Dazu gehören Christine Nöstlinger, Kirsten Boie, Joachim Ringelnatz und Erich Kästner.

Er wurde in europäische und asiatische Sprachen übersetzt und gewann etliche Preise.

Für was ist der Autor besonders bekannt?

Am populärsten sind wohl die folgenden drei Reihen:

Gerade die Olchi Geschichten decken sein komplettes Repertoire an Altersgruppen ab. Los ging es mit dem Erstlesebuch „Die Olchis sind da“, das 1990 erschien. Durch die große Beliebtheit folgten weitere Abenteuer und später auch Bilderbücher und Kinderromane. Doch Erhard Dietl kann noch viel mehr. Seine Webseite bietet einen guten Überblick zu seinen Büchern und Illustrationen.

Welche Ausrichtung hat der Autor?

Erhard Dietl schreibt freche Geschichten, die Kindern Spaß machen. Zur Olchi-Reihe gibt es auch ein passendes Witze-Buch und krötige Lieder. Die Olchis leben auf einer Müllkippe und feiern Gefurztag, wann sie wollen.

Die Pumpernickels sind Vampire und mögen es gern gruselig. Dennoch führen sie auf ihre Art ein glückliches Familienleben, wie die Olchis.

Gustav Gorky, der Weltraumreporter, soll über die seltsamen Erdlinge berichten. Eine spannende Serie in der es rasant zugeht.

In diesen drei Reihen können Kinder all das Ausleben, was ein braves Kind nicht machen darf. Die Sprache der Olchis wimmelt nur so vor wilden Ausdrücken, wie „Müffelfurz“, „schlammigem Modderstampf“ oder „krötigem Schuppenwurz“.

Buchcover von "Die stärksten Olchis der Welt" und "Die Olchis fliegen in die Schule"Bei den Pumpernickels geht es an schaurigen Orten herrlich gruselig zu.

Dabei gelingt es Erhard Dietl immer frech und lustig zu bleiben.

Kein Kind bekommt Angst. Die einzige Gefahr besteht wohl in der Übernahme der schmodderigen Olchi-Sprache. Außerdem fallen die Figuren aller drei Reihen durch einen besonderen Körperbau und spezielle Fähigkeiten auf.

Es sind Fantasiewesen, die in einer realen Welt mit Menschen leben.

Welche Bücher habe ich mir im Detail durchgelesen und warum?

  • Die Olchis (Die Olchis im Zoo; Die Olchis ziehen um; Die Olchis fliegen in die Schule; Die stärksten Olchis der Welt; Das Olchi-ABC; Die Olchis und der schwarze Pirat; Die Olchis sind da; Die Olchis und die Teufelshöhle)
  • Die Pumpernickels

Bei Erhard Dietl griff ich einfach die Bücher, die in unserer Vorleseecke der Bibliothek stehen. Ansonsten hätte ich versucht noch ein paar der weniger bekannten Werke zu studieren. Das ist aber nicht schlimm. Ich finde die Olchis einfach super mit ihren quatschigen Ausdrücken, den Reimereien und lustigen Grafiken.

Die Pumpernickels gefallen mir auch sehr gut. Nur Gustav Gorky habe ich gerade erst beim Schreiben des Artikels entdeckt. Vielleicht finde ich die Bücher des Außerirdischen in einer anderen Rubrik in der Bibliothek meines Vertrauens. 😉

Wie ist das Werk gealtert?

Die Olchis und Pumpernickels sind super. Man merkt es den Büchern nicht an, dass sie zum Teil schon 27 Jahre alt sind.

Was kann ich für mein Schreiben daraus mitnehmen?

Mir gefällt das Freche und Wilde der Olchis. Es regt die Fantasie der Kinder an. Sie versuchen selber neue, noch komischere Wörter zusammenzusetzen. Wörter mit denen man die Erwachsenen schockieren kann. So eine Geschichte will ich unbedingt selber ausprobieren, wenn auch nicht sofort.

Bei den Pumpernickels verpackt Erhard Dietl geschickt das Anderssein und trotzdem geliebt werden. Ein Thema, dem wohl alle Kinder in ihrem Leben begegnen werden. Umso wichtiger ist es immer wieder und in verschiedenen Geschichten zu erfahren, dass jeder sein darf, wie er will.

Kurz gesagt, Erhard Dietl gehört zu meinen Vorbildern und inspiriert mich. 🙂

Zitat im Ballon: Wenn wir den Wald sterben lassen, verlieren Worte ihren Sinn.

Zitat von Günter Grass über die Natur

Was wären wir ohne die Natur? Nichts. Wir können nicht von Nullen und Einsen leben oder Geld essen, nicht einmal Bücher würden uns sättigen. Wir brauchen die Natur. Sie braucht uns nicht.

Wenn wir weiterhin rücksichtslos mit der Natur umgehen, dann werden noch mehr Arten aussterben – Tiere und Pflanzen. Fehlende Arten lassen komplexe Ökosysteme immer fragiler werden. Und irgendwann bricht dann alles zusammen und wir werden selber davon betroffen sein. Die Natur wird sich davon erholen. Neue Arten werden entstehen und die Lücken und Nischen füllen.

Aber mir wäre es viel lieber, wenn dieses Szenario nicht eintritt. Wenn wir als Gemeinschaft im Kleinen und Großen uns bewusst für ein Leben mit der Natur entscheiden, sei es aus Liebe zu ihr oder aus purem Egoismus. Denn auch egoistisch gesehen, ist eine intakte Natur gewinnbringender für den Einzelnen.

Zum Glück engagieren sich viele Menschen in Initiativen und schlagen neue Wege ein. Es entstehen Bewegungen, die ein Leben im Einklang mit der Natur und ihren Geschöpfen anstreben. Dank unserer technischen Entwicklung und unserer Intelligenz muss das nicht zwangsläufig eine Einbuße an Lebensqualität bedeuten, nur ein Umdenken und anders Handeln.

Denn die schönsten Worte, die besten Bücher verlieren ihre Bedeutung, wenn wir unsere Lebensgrundlage zerstört haben.

#Zitatballons – Nr. 49: Wenn wir den Wald sterben lassen, verlieren Worte ihren Sinn. (Günter Grass, deutscher Schriftsteller, Bildhauer, Maler und Grafiker)

Alle Zitate im Überblick.

Zitat im Ballon: Man lernt nichts, ohne zu irren.

Zitat von Romain Rolland über den Irrtum

Dieser Spruch ist so wahr und doch schmerzt die Erkenntnis meist im ersten Moment. Ich habe neulich mein Buch komplett überarbeitet, weil ich es besser und tiefer machen wollte.

Das ging gründlich schief. Das Buch war viel schlechter als vorher. Ein anderes Beispiel war die stilistische Feinkorrektur am Text, bevor der Spannungsbogen perfekt war. Das hat mich verdammt viel Zeit gekostet. Und so könnte ich noch viele Lektionen aufzählen, die ich bisher beim Schreiben gelernt habe.

Viele Autoren hatten diesen Fehler vor mir gemacht und darüber berichtet. Leider musste ich selbst die Erfahrung machen und merken, wie viel unnötige Zeit mich das gekostet hat.

Und so wird es immer weiter gehen. Denn jeder überwundene Irrtum ergibt neue Möglichkeiten, etwas zu lernen und anfangs zu irren. 😉

#Zitatballons – Nr. 47: Man lernt nichts, ohne zu irren. (Romain Rolland, französischer Schriftsteller, Musikkritiker und Pazifist)

Romain Rolland ist Teil meines Projektes der 113 Nobelpreisträger der Literatur. Von jedem einzelnen Gewinner möchte ich mindestens ein Werk lesen oder hören.

Foto von Nele Handwerker schaukelnd in Sorrento., im Hintergrund ist die Bucht von Neapel zu sehen.

100 der besten Kinder- und Jugendbuchautoren

Statistik
100

Kinberbuchautoren

88

gelesene Bücher

20

gelesene Autoren

Wenn man ein guter Autor werden will, dann sollte man viel lesen, viel schreiben und sich viel Theorie über das Schreiben im Allgemeinen und Speziellen aneignen.

Und wenn man, wie ich eine gute Kinderbuchautorin werden will, sollte man viele Kinderbücher lesen.

Ich habe mir immer etwas kindliche Freude und Fantasie bewahrt. Wolkenformationen verleiten mich zum Träumen, an einer Schaukel kann ich nicht einfach vorbei gehen und die Natur in all ihrer Vielfalt dient mir besonders oft als Inspiration. Und Inspiration ist genau das, was ich mir von den Autoren und Autorinnen erhoffe.

Für mein neues Projekt habe ich 50 deutsche und 50 internationale Kinder- und Jugendbuchautoren ausgewählt, die ich lesen und hören möchte. Die Liste beinhaltet Klassiker wie Äsop oder die Gebrüder Grimm und reicht bis zu zeitgenössischen Vertreterinnen wie Tanya Stewner und Ursula Poznanski.

All diese Autoren und Autorinnen haben erfolgreiche Bücher für Kinder oder/und Jugendliche veröffentlicht. Sie begleiten Heranwachsende auf ihrer Reise durchs Leben mit allen Sehnsüchten und Sorgen begleitet.

Dabei hat jeder einen eigenen Schwerpunkt gesetzt. Und so bin ich davon überzeugt, aus meinen Studien viel mitnehmen zu können.

Davon werde ich in meinen Blogbeiträgen berichten. Nach und nach sollen die beiden unten aufgeführten Listen verlinkt werden.

Die Kinderbuchautoren sind nach Vornamen sortiert. Meine Lesereihenfolge wird davon abweichen.

Beginnen möchte ich mit Autoren, die Kinderbücher für das Alter vier bis zwölf Jahre geschrieben haben. Dazu zähle ich Vorlesebücher, Erstlesebücher und Kinderromane. Dort liegt mein momentaner Fokus. Später folgen die Autoren, die vor allem Jugendbücher geschrieben haben.

Ich freue mich schon darauf, neue Autoren zu entdecken und/oder ihr Können bewusst wahrzunehmen. Denn in der Vorlesestunde, die ich einmal pro Woche im Ehrenamt durchführe, stehen die Kinder im Mittelpunkt. Da bleibt wenig Aufmerksamkeit für das eigentliche Werk übrig. Und die Geschichte wird zur Zutat.

Bei Kinderbuchautoren mit besonders umfassenden Werken werde ich mich auf einen Teil ihres Werkes beschränken. Gegebenenfalls gibt es später einen zweiten Beitrag.

50 der besten deutschen Kinder- und Jugendbuchautoren: 

  1. Alice Pantermüller
  2. Andreas H. Schmachtl
  3. Andreas Steinhöfel
  4. Anna Ruhe
  5. Antje Damm
  6. Antje Szillat
  7. Antonia Michaelis
  8. Axel Scheffler
  9. Boris Pfeiffer
  10. Brigitte Endres
  11. Britta Teckentrup
  12. Cornelia Funke
  13. Dagmar Chidolue
  14. Daniel Napp
  15. Diane Hillebrand
  16. Elke Heidenreich
  17. Erhard Dietl
  18. Erich Kästner
  19. Frank Maria Reifenberg
  20. Gebrüder Grimm
  21. Gina Mayer
  22. Hans Christian Andersen
  23. Heidemarie Brosche
  24. Ingo Siegner
  25. Isabel Abedi
  26. James Krüss
  27. Janosch
  28. Julia Böhme
  29. Karl May
  30. Kerstin Gier
  31. Kirsten Boie
  32. Klaus Baumgart
  33. Martin Baltscheit
  34. Max Kruse
  35. Michael Ende
  36. Mirjam H. Hüberli
  37. Nele Moost
  38. Nicolas Gorny
  39. Otfried Preußler
  40. Paul Maar
  41. Rotraut Susanne Berner
  42. Rüdiger Bertram
  43. Sabine Ludwig
  44. Sabine Städing
  45. Sonja Kaiblinger
  46. Stefanie Taschinski
  47. Tanya Stewner
  48. Usch Luhn
  49. Vanessa Walder
  50. Walter Moers

 

50 der besten internationalen Kinder- und Jugendbuchautoren: 

  1. A. A. Milne
  2. Agnese Baruzzi
  3. Alexander Wolkow
  4. Antoine de Saint Exupery
  5. Astrid Lindgren
  6. Barbro Lindgren
  7. C. S. Lewis
  8. Charles Dickens
  9. Christine Nöstlinger
  10. David Melling
  11. Elizabeth Shaw
  12. Enid Byton
  13. Eric Carle
  14. Erin Hunter
  15. Frances Hodgson Burnett
  16. Gunilla Bergström
  17. Guus Kuijer
  18. Hans de Beer
  19. Isol
  20. J. R. R. Tolkien
  21. Jeanne Birdsall
  22. Jeff Kinney
  23. Jo Nesbø
  24. Jonathan Swift
  25. Jostein Gaarder
  26. Jujja Wieslander
  27. Julia Copus
  28. Kitty Crowther
  29. Lewis Caroll
  30. Lorenz Pauli
  31. Mark Twain
  32. Mary Pope Osborne
  33. Maurice Sendak
  34. Meg Rosoff
  35. Nina Blazon
  36. P. L. Travers
  37. Philip Pullman
  38. R.L. Stine
  39. Rick Riordan
  40. Roald Dahl
  41. Rudyard Kipling
  42. Sam Usher
  43. Selma Lagerlöf
  44. Shaun Tan
  45. Suzanne Collins
  46. Sven Nordquist
  47. Theodor Seuss Geisel
  48. Thomas Brezina
  49. Tove Jansson
  50. Ursula Poznanski

 

Vielleicht interessiert dich auch mein Projekt der Literaturnobelpreisträger.

Zitat im Ballon: Wenn alles andere fehlschlägt, philosophiere.

Zitat vom J.M. Coetzee über Fehlschläge

Das ist doch mal ein schöner Aufruf. Denn philosophieren kann den Geist befreien und Hürden überwinden, die manchmal im Leben vor uns stehen. Und wenn wir diese Hürden erst im Geist überwunden haben, dann findet sich gewiss auch ein Weg, in der Realität besser damit umzugehen.

Herr Cotzee zeigt einen positiven Ausweg. Das gefällt mir sehr gut!

Außerdem liebe ich es, zu philosophieren, dafür brauche ich auch gar keinen Alkohol. Den trinke ich ohnehin kaum.

Darüber zu sinnieren, was vielleicht in einer parallelen Welt stattfindet, was es draußen im Weltall noch so alles gibt, wohin sich die Menschheit wohl entwickeln wird. Es gibt eine unglaubliche Vielfalt an Themen, die sich zum Philosophieren eignen.

Bestimmt entstehen aus dem wilden Philosophieren am Ende manchmal wissenschaftliche Fragestellungen. Weil ein Tanz der Gedanken so interessante Fragen aufgeworfen hat, dass es sich lohnt nach deren Antwort zu suchen.

Genauso gibt es wissenschaftliche Probleme, die bisher nicht ausreichend beantwortet werden können, wo Naturwissenschaft am Ende wieder zur Philosophie wird.

In der theoretischen Physik fällt mir dazu ein Beispiel ein:

  • Die Quantenmechanik, wo es um den Teilchendualismus geht, dass Welle und Teilchen zeitgleich bestehen und dasselbe sind.
  • Schrödingers Katze ist ein relativ bekanntes Gedankenexperiment zur Quantenmechanik.

Ich verstehe die Quantenmechanik nur abstrahiert und so weit, dass sie einen philosophischen Ansatz in Wissenschaft ausdrückt und versucht mathematisch darzustellen. Und diese am Ende doch recht fließenden Übergänge faszinieren mich und es gibt so viele davon in unserem Leben.

Deshalb wäre es sicherlich von Vorteil, wenn jeder Mensch ein Grundverständnis für Philosophie erlernen würde, um sich selbst in schwierigen Situationen Trost zu spenden und Hoffnung zu schöpfen. Oder um in fröhlichen Momenten einfach Spaß am Rumspinnen zu haben.

Kinder können meist sehr gut Philosophieren, auf ihre verspielte Art ohne lange drüber nachzudenken.

#Zitatballons – Nr. 45: Wenn alles andere fehlschlägt, philosophiere. (J.M. Coetzee, südafrikanischer Schriftsteller)

Herrn Cotzee werde ich mir noch genauer anschauen im Rahmen des Projekts 113 Nobelpreisträger der Literatur.

Foto der sechs Bücher meiner drei Lieblingsautoren

3 meiner Lieblingsautorinnen und -autoren

Dieses Jahr nehme ich an der #Buchpassion Challenge der lieben Janine vom Kapri-zioes Blog teil. Es geht um Lieblingsautorinnen und -autoren.

Davon habe ich, wie die meisten Vielleser, eine Menge. In meinem Beitrag möchte ich allerdings auf die drei eingehen, deren Bücher mir den Mut zum Schreiben gegeben haben.

Das sind

  1. Lori Nelson Spielman: „Morgen kommt ein neuer Himmel“ und „Nur einen Horizont entfernt“
  2. Jorge Bucay: „Komm, ich erzähl dir eine Geschichte“ und „Der Innere Kompass“
  3. John P. Strelecky: „Wiedersehen im Café am Rande der Welt“ und „The Big Five for Life“

 

Warum gehört Lori Nelson Spielman dazu?

Nun, die Protagonistin Brett von „Morgen kommt ein neuer Himmel“ lebt in Chicago, ist Mitte 30 und arbeitet in der Marketingabteilung des Unternehmens ihrer Mutter. Das hat schon mal super geklappt und mir die Figur sehr nahe gebracht. Ich habe selbst im Alter von 26 bis 27,5 Jahren in Chicago gelebt und bin Mitte 30.

In Chicago hatte ich begonnen einen Blog über die vielen kleinen Unterschiede im Alltagsleben und meine Erlebnisse zu schreiben. Das hat mir unglaublich viel Spaß gemacht. Dennoch habe ich bei meiner Rückkehr nach Deutschland damit aufgehört. Ich habe kurzzeitig einen Blog begonnen, als ich nach Berlin gezogen bin, aber das Konzept funktionierte nicht mehr. Die Unterschiede zwischen Dresden und Berlin sind nicht so groß wie zwischen Dresden und Chicago.

Brett arbeitet im Marketing und hatte mit 16 Jahren eine Liste angefertigt mit den 20 Dingen, die sie im Leben erreichen wollte. Die Liste warf sie weg, doch ihre Mutter bewahrte diese auf und will ihr helfen, die wesentlichen Punkte zu erfüllen. Das geschieht über Briefe und damit verbundene Anregungen.

Auch ich arbeite im Marketing. Und manche meiner Ideale hatte ich aus den Augen verloren. So trafen mich viele Erkenntnisse während der Lektüre knallhart. Ich begann meine eigene Liste zu schreiben. Es fiel mir schwer, die genauen Ziele zu fassen, aber ich wusste, dass ich wieder Schreiben will und Tiere und Natur ein wesentliches Element sein sollen.

Kurz danach las ich das zweite Buch von Lori Nelson Spielman „Nur einen Horizont entfernt“. Wieder weinte und lachte ich und wie bei ihrem ersten Buch ging ich gestärkt daraus hervor. Ich schrieb zwei Briefe an Menschen, bei denen ich mich entschuldigen wollte. Beide haben mir geantwortet und die Entschuldigung angenommen. Eine große Erleichterung, die mir Energie und ein besseres Selbstwertgefühl gegeben hat.

Ja, wir alle machen Fehler. Manchmal wissen wir es bereits in dem Moment oder kurz danach. Viel zu oft trauen wir uns nicht, uns zu entschuldigen, dabei belastet uns manche Situation länger als die verletzte Person. Ich habe mich viele Jahre geschämt und die Gedanken versucht zu verdrängen. Weg waren sie nie.

Mit den beiden Büchern war also ein Anfang gemacht. Ich mochte mich mehr und ich war dabei herauszufinden, was ich eigentlich wollte.

Was ist so besonders an Jorge Bucay?

In vielen Geschichten, die er seinem Patienten Demian erzählt, habe ich mich wiedererkannt. Und beim Lesen all dieser Metaphern und Fabeln lösten sich vermeintliche Schlingen und Fesseln in Luft auf. Ich bin bestimmt nicht die Einzige, die denkt, dass sie etwas genau so machen muss, um Erwartungen zu erfüllen. Und all dieses Müssen und Sollen verbiegt einen. Zudem ist das eigene Verhalten gar nicht so schlimm von Fehlern überschattet, wie man manchmal glaubt.

Jeder von uns ist ein Individuum und nicht maßgeschneidert, zum Glück. Maßgeschneiderte Menschen wäre langweilig, die Kombination aus liebenswerten Eigenschaften mit Ecken und Kanten macht eine Person doch erst interessant und spannend.

Somit hat mir Jorge Bucay geholfen zu sehen, dass ich frei bin, dass zu tun, was ich möchte und mich nicht in das Korsett aus (vermeintlichen) Erwartungen drängen lassen muss. Ein weiterer Schritt war getan.

Was gefällt mir an John Strelecky?

Von ihm mag ich am Meisten „Wiedersehen im Café am Rande der Welt“ und „The Big Five for Life“. Seine Bücher machten mir bewusst, dass meine Zeit kostbar ist und ich mich fokussieren sollte. Sie sprachen mir den Mut zu, dass ich mit dem, was mir wirklich am Herzen liegt, Geld verdienen kann und sich die Mühen allemal lohnen. Denn jeder, der seinen Zweck der Existenz (ZDE) gefunden hat und weiß, welche fünf Elemente in seinem Leben auftauchen und erfüllt werden sollen, der kann mit der Umsetzung beginnen.

Für mich bedeutet das abends und am Wochenende zu schreiben, Schreibratgeber zu lesen, an Schreibkursen teilzunehmen, zu Buchmessen zu fahren und mich mit anderen Autoren auszutauschen. Ich probiere herum und manches geht schief. Dann heißt es aufstehen, Staub abschütteln und weitermachen.

Ich habe Gewohnheiten abgelegt, die wertvolle Zeit kosten, mich aber nicht meinem Ziel näher bringen. Und vielleicht klingt das nach verdammt viel Effektivität ohne Spaß. Aber glaubt mir, da steckt richtig viel Spaß drin. Ich bin viel energiegeladener und zufriedener als noch vor zwei Jahren.

Natürlich gibt es Momente, wo ich an mir zweifle und Angst davor habe, nie meine Ziele zu erreichen, aber diese Zustände halten nie lange an und gehören wohl zum Leben dazu.

Welche Quintessenz bleibt?

Ich möchte am Liebsten genau so eine Autorin werden, wie die drei vorgestellten. Ich möchte Menschen im Inneren berühren, ihnen Freude bereiten und ihnen Mut machen sich auf den Weg zu sich selbst zu begeben. Denn Menschen, die ein gutes Selbstwertgefühl haben und im Einklang mit ihren Wünschen und Werten leben, sind für mich die Basis einer intakten und lebenswerten Gesellschaft.

In meinen Träumen gelingt mir das in den kommenden Jahren und ich werde für den Rest meines Lebens schreiben bis ich diese Welt eines Tages verlasse.

 

Weitere spannende Autoren findet ihr in meiner Rubrik der Literaturnobelpreisträger.